Die Bitcoin-Bullen haben Rückenwind. Nicht nur geht der Trend seit dem lokalen Boden bei knapp 30.000 US-Dollar (USD) – aufgestellt am 21. Juli – zweifelsfrei nach oben, der Aufschwung gewinnt sogar an Dampf.

Denn mit zwischenzeitlich 47.000 USD hat Bitcoin (BTC) am gestrigen Montag, 9. August, seine stärkste Tagesperformance seit Monaten hingelegt. Um bis zu 5.000 USD stieg die Kryptowährung Nr. 1 im Kurs und notiert zum Zeitpunkt des Schreibens bei 45.600 USD. Tagesperformance: 5 Prozent im Plus.

Gesetzentwurf gefährdet US-Krypto-Industrie – Bitcoin trotzdem im Plus

Auch die Marktkapitalisierung hat bereits einen Großteil des im Mid-Cycle-Dip vernichteten Potenzials wiedergutgemacht und befindet sich auf der Zielgeraden zurück in Richtung der 1-Billion-USD-Marke. Aktuell ist der BTC-Markt etwas über 858 Milliarden USD wert.

Auch am Gesamtmarkt scheint man Gesetzentwurf gefährdet US-Krypto-Industrie – Bitcoin trotzdem im Plus Sommerloch überwunden zu haben. Die akkumulierte Market Cap aller Kryptowährungen beträgt zur Stunde rund 1,9 Billionen USD und liegt damit 4,5 Prozent im Plus verglichen mit dem Vortag.

Es geht also wieder rund in Krypto-Land. Interessant ist auch, dass sich der Puell Multiple abermals als recht zuverlässiges Bodensignal hat lesen lassen.

Denn nur kurz nachdem der Indikator Ende Juni den grünen Bereich berührt hat, war der lokale Boden gefunden. Der Puell Multiple ergibt sich, indem man den Marktwert der täglich ausgegeben BTC mit dem 356-Tage-Durchschnittswert des täglichen Marktwerts dividiert. Das grüne Band zwischen 0,5 und 0,3 deutet Kaufsignale an, die sich in der Vergangenheit oft als lukrative Einstiegsmöglichkeiten herausgestellt haben.

Puell Multiple im Vergleich zum Bitcoin-Kurs. Quelle: Glassnode. Auch im Zeitstrahl sieht es bullish aus. Legt man die Schablone aus vergangenen Halving-Zyklen an, ist noch deutliches Potenzial nach oben. Denn bisher stiegt BTC “nur” auf das Zwanzigfache des Cycle Lows, etwa bei 3.000 US-Dollar. In Ära zwei war es noch das 100-fache, in Ära eins sogar das 200-fache. Die Halving-Zyklen im zeitlichen Vergleich. Quelle: digitalik.net. Infrastructure Bill steht kurz vor Abstimmung Das bullishe Gebaren des Krypto-Marktes ist angesichts der heißen Debatte um die sogenannte Infrastructure Bill umso erstaunlicher.

Denn seit geraumer Zeit debattiert die US-Krypto-Community über einen neuen Gesetzentwurf, dessen Inhalt ein deutlich unangenehmeres regulatorisches Umfeld für Krypto-Dienstleistungen vorsieht.

Umstritten ist vor allem eine Klausel, nach der bestimmte Dienstleister:innen als Broker definiert werden, auch wenn deren Geschäftsmodell mit dem eines Brokers überhaupt nichts zu tun hat. Darunter könnten nach aktueller Fassung Proof-of-Work-Miner und Node-Betreiber:innen fallen. Das Problem an einer Einordnung als Broker ist, dass die Unternehmen dadurch gezwungen werden, einen sogenannten 1099 Steuerbericht für alle Kund:innen anzufertigen. Die dafür notwendigen Informationen liegen den Unternehmen allerdings überhaupt nicht vor.

Zwar hatten die Senator:innen Pat Toomey, Cynthia Lummis und Rob Portman noch versucht, wenigstens Miner und Proof-of-Stake-Node-Betreiber:innen aus dem Entwurf auszunehmen. Der Zusatz hätte aber einer einstimmigen Absegnung des Senats bedurft.

Durch die Gegenstimme von Senator Richard Shelby, der seine Zustimmung an die Bedingung geknüpft hatte, ein Budget von 50 Milliarden USD für Militär-Infrastruktur einzubeziehen, ist der Gesetzeszusatz letztlich gescheitert. Die Abstimmung über den Gesetzentwurf findet aller Aussicht nach noch in dieser Woche statt.

Im Anschluss muss der Gesetzestext noch durch das Repräsentantenhaus.


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